OpenStreet Map (OSM) – Teil 1 – Die Karte für alle

Seit Kurzem stellt Groundspeak nicht mehr das Kartenmaterial von Google für die Cachesuche zur Verfügung. Die jetzt verfügbaren Alternativen haben diverse Vor- und Nachteile. Eine der besseren Optionen ist die Karte des OpenStreetMapProjektes. Ziel von OSM ist es, freie GeoDaten zur Verfügung zu stellen.

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Beispiel: OSM-Kartenausschnitt Schweinfurt

Dabei stellt OSM eine frei editierbare Karte zur Verfügung. Das Projekt läuft mit der Creative Commons Attribution Alike Lizenz (CC-BY-SA 2.0), welche die freie und kostenlose Verwendung der Daten erlaubt bzw. sogar fördert. Die Daten dürfen vervielfältigt, bearbeitet und genutzt werden. Es ist lediglich immer die Quelle der Daten zu nennen. Ein Beispiel hierfür findet man auf der GC-Seite auf der Landkarte rechts unten.

Ein großer Nachteil von OSM ist, daß die Karte – vor allem im ländlichen Bereich – lückenhaft ist. Der große Vorteil ist, daß man dies selbst beheben kann. Damit kann man die Karte schnell auf einen aktuellen Stand bringen: Neue Wege hinzufügen oder lokale Änderungen in die Karte einpflegen. Jede Änderung steht in relativ kurzer Zeit anderen Nutzern zur Verfügung.

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Beispiel für einen unvollständigen Bereich (fehlende Straßen im Ort)

Weiterhin stellt OSM Kartenmaterial für diverse GPS-Modelle zur Verfügung. Diese können kostenlos genutzt werden.

Die Idealvorstellung wäre aber, daß alle regelmäßigen Nutzer, an der Karte mitarbeiten, um diese zu verbessern oder zu vervollständigen. Durch die Mitarbeit vieler und durch die freie Editierbarkeit verwundert es nicht, dass die OSM-Karte in vielen Bereichen genauer ist, als die Karten von anderen Anbietern. Man findet unter anderem eine Vielzahl von Wirtschaftswegen in Wäldern oder kleine Pfade, die sonst nur ortskundige Personen kennen.

Dies stellt für den Geocacher eine gute Orientierungshilfe dar. Zumal die Vorgehensweise “querfeldein” unter Geocachern kontrovers diskutiert wird.

Der hohe Detailgrad der OSM-Karten lässt sich dadurch erklären, dass diese Details meist “erlebt” wurden. Soll heißen, dass der Weg von einem Nutzer begangen/befahren, mit dem GPS getrackt und in die Karte übertragen wurde. Dadurch ist es auch möglich, die Wege viel genauer zu klassifizieren, als das auf gängigen Karten der Fall ist.

Für den Geocacher ist die OSM-Karte besonders interessant, weil er meist mit einem GPS (incl. Trackfunktion) unterwegs ist und viele Daten sammeln kann. Die Daten einmal eingegeben und schon hat der nächste Cacher eine genauere Karte der “Cache-Umgebung” zur Verfügung.

Gleiches gilt für den Owner eines Caches. Er kann die Umgebung des Caches bei der Recherche für das Listing auf der OSM-Karte aktualisieren und damit auch den Weg zum Cache dokumentieren, so daß niemand querbeet unterwegs sein muß.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Geocacher eigentlich für die Mitarbeit am OSM-Projekt prädestiniert ist, soweit Zeit und Interesse vorhanden sind.

Tracks aufzeichnen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Daten zu sammeln. Wir möchten uns hier auf die gebräuchlichste und genaueste Möglichkeit beschränken: Die Aufzeichnung per GPS.

Wichtig: Es ist keinesfalls erlaubt von anderen Kartendiensten Daten zu kopieren!

Einstellungen am GPS

Um Wege aufzuzeichnen, muß man die entsprechende Funktionalität an seinem GPS aktivieren. Wichtig ist, daß das Gerät Wegpunkte in möglichst kurzen Intervallen aufzeichnet, um den Detailgrad bzw. die Genauigkeit der Aufzeichnung so groß wie möglich zu halten und um mögliche Abweichungen zu erkennen und zu minimieren.

Idealerweise sollte das Gerät jede Sekunde einen Wegepunkt aufzeichnen.

Beim Aufzeichnen wäre es ideal, jeden Weg mehrmals aufzuzeichnen, um sozusagen über mehrere Tracks mitteln zu können. In der Praxis wird aber wohl jeder Weg meist nur einmal beschritten, da die meisten Tracks im Rahmen anderer Hobbies (Geocaching, Wandern, etc.) aufgezeichnet werden.

Daher ist es sinnvoll, auch schon vorhandene Wege aufzuzeichnen, um auch diese nochmals nach zu messen und ggf. zu korrigieren. Jedes GPS hat mal stellenweise schlechten Empfang und somit ein etwas größere Abweichung in der Aufzeichnung. Durch mehrfaches Aufzeichnen, wird daher auch die Genauigkeit vorhandener Wege erhöht.

Weiterhin kann es sinnvoll sein, sich Notizen oder Fotos zu machen, z. B. um die Qualität der aufgezeichneten Wege in Erinnerung zu haben oder um Straßennamen richtig zuordnen zu können.

Das Überspielen der Daten

Um die Daten weiter verarbeiten zu können, muß man den aufgezeichneten Track aus dem GPS auslesen und in das GPX-Format (GPX = GPS Exchange) umwandeln. Die zum Gerät mitgelieferte Software bietet dies Möglichkeit in der Regel bereits.

Das GPX-Format ist eine XML-Struktur, die mittlerweile als ein Standard-Format zum Austausch von Daten zwischen GPS-Geräten und unterschiedlichen Programmen angesehen werden kann.

Die Karte erweitern oder anpassen

Um OSM-Karten editieren zu können, sollte man sich als erstes mit der Struktur bzw. dem Aufbau der Karte vertraut machen.

Sämtliche Daten liegen als Punkte vor, wobei mehrere Punkte zu größeren Objekten zusammengefasst werden können.

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Beipspiel für einzelne Punkte – hier eine Infotafel und ein Hinweis auf einen Parkplatz

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Zusammenfassung mehrerer Punkte zu komplexeren Objekten, wie z. B. Wege oder Gebäude (hier Schloß Saaleck in Hammelburg mit Bergfried)

Den einzelnen Objekten werden sog. Attribute zugeordnet. Die Attribute werden Tags genannt und bestehen immer aus einem Schlüssel (engl. key) und einem Wert (engl. value).

So wird zum Beispiel ein Punkt später auf der Karte ein Briefkasten, indem er den Tag “amenity=post_box” erhält. Dabei is
t “amenity” der Schlüssel und “post_box” der zugeordnete Wert.

Flächen (Sportplatz, Firmengelände, Häuser, etc.) werden als geschlossene Folge von Punkten bzw. Wegen gezeichnet und ebenfalls durch Tags definiert.

Es besteht nun noch die Möglichkeit Relationen einzubauen, welche zum Beispiel für Wanderwege oder Bahnlinien verwendet werden. Dabei wird aus mehreren Wegen ein Wanderweg. Die Wege stehen also in Relation zueinander.

Teil 2 folgt in Kürze ….

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