„Ich bin auf der Flucht… vor mir selber!“ – Ein skurriles Erlebnis beim Geocaching

Der Tag nach den Geogames, ein bewölkter Sonntag, ein T5-Cache und eine Begegnung der etwas anderen Art. Es war ca. 16 Uhr und wir waren gerade zurück im Auto weil wir einen Cache wegen Regen bedingt abgebrochen hatten, als plötzlich ein ziemlich verdreckter und verwirrter Kerl aus dem Gebüsch gestolpert kam. Neben der Tür brach er halb zusammen: „Ich bin auf der Flucht!“ verdutzt sah ich ihn an: „vor wem denn?“ „Vor mit selber! Habt ihr was zu trinken für mich?“

Zum Glück hat der Mietzecacher immer einen Kasten Spezi im Kofferraum und dann saß er da auf der Kofferraumkante…. total verdreckt, nass und konnte keinen Fuß mehr vor den andern tun. Die Augen waren rot und glasig und er offensichtlich nicht 100% bei Sinnen. Der erste Gedanke: Drogen?

Für mich hieß das erst mal ab ins Auto und mit unsern beiden Mitcachern die Lage sondiert.. schnell stand fest wir müssen die Polizei anrufen aber er sollte davon nichts mitbekommen. Der arme Bibliothekar musste sich jetzt geschlagene 30min am Handy mit der Polizei rumschlagen, bis diese (trotz genauer Koordinaten) endlich wussten wo wir uns befinden und mit wem sie uns verbinden sollten. Gefühlte 100mal wurde er nach der Adresse gefragt und wurde dabei immer lauter.

Derweil lenkten der Mietzecacher und ich die Aufmerksamkeit von unserm Gast auf uns damit er nicht hörte was abging. Nicht mal der Mietzecacher merkte etwas bis ich den Satz fallen lies: „ ja da brauch jemand einen Telefonjoker, die machen den Cache an der PI (Polizeiinspektion)“

Wie sich während dem Gespräch mit dem Jungen rausstellte war er irgendwo ausgerissen, wollte sich scheinbar umbringen, konnte sich nicht mehr erinnern wann er losgelaufen war und auch nicht wo er war. Zumindest seinen Namen und den Wohnort hat er uns noch verraten (mittlerweile weiß ich auch das dieser stimmte), aber sein Geldbeutel war außer massenweise Wasser aus dem Fluss komplett leer. Sein Fuß war dick geschwollen und die Kniekehlen rotgescheuert vom laufen in den nassen Klamotten.

Als endlich das Gespräch mit der Polizei erfolgreich war verabschiedeten sich Schneggi85 und Bibliothekar mit den Worten „Wir gehen ne Runde spazieren.“ und stapften Richtung Ortschaft um die Beamten in die Pampa zu unserem Standort zu führen.

Also noch ne Runde hinhalten, nochmal mit einem Getränk versorgen und dann ging’s für ihn zu Fuß in Begleitung des Mietzecachers zurück in Richtung Zivilisation. Ich fuhr langsam das Auto hinter den beiden her.

Am Ortseingang konnten wir dann endlich die Beamten sehen, die den Jungen in die Notaufnahme brachten, von wo aus er nach meinem Wissensstand nach einer halben Stunde nach Hause ging. Wir werden diese Cachetour nicht so schnell vergessen und irgendwo geht so etwas nicht ganz spurlos an einem vorbei… nur in einem sind wir uns gewiss und zwar, dass wir genau das Richtige getan haben!

Autor: Mietzecacher

5 Antworten auf „„Ich bin auf der Flucht… vor mir selber!“ – Ein skurriles Erlebnis beim Geocaching“

  1. Also uns ist ja auch schon das eine oder andere denkwürdige Erlebnis beschert worden – oben auf dem Baum sitzend wurden wir von einem aus dem Nichts aufgetauchten Hundemuggel gefragt „Sind Sie vom Forstamt?“, statt des Caches haben wir einen Geldbeutel mit Personalausweis gefunden (und natürlich bei der Polizei abgeliefert), sowas halt. Aber dieses Erlebnis ist wirklich … also was soll man dazu noch sagen…?!? Gut, dass Ihr so toll reagiert habt! Hoffentlich fängt sich der arme Kerl wieder.

  2. Da denkt man „Noch fix nen Cache heimwärts“ und dann sowas. Klasse gemacht Leute. Mal sehen wann das „Ehrencacherverdienstkreuz“ eingeführt wird, euer Trupp wäre nach der Sache ein heißer Anwärter.

  3. Cacherehrenverdienstkreuz ist doch dieses Geocacher of the Month gedöns oder? Braucht man aber net. Das Ereigniss war schon zuviel. Und helfn sollte man eh immer

  4. Wenn man gemein sein möchte, dann könnte man euch raten, den Cache doch zu loggen: Also CITO!

    PS: Das ist jetzt in keiner Weise aus irgendeiner politischen Richtung zu sehen: Einfach ein dummer Spruch!

    Heiko

  5. Ist schon interessant mit welchen Problemen man beim Geocachen konfrontiert wird. Ich denke ihr habt da eine sehr gute Lösung gefunden und ihm helfen können.
    Merkwürdige Sache.

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