[TEST] Stirnlampenvergleich MyTinySun Head 1000 Pro und Piko X4 / X7

Weihnachten steht vor der Tür und was braucht ein Geocacher am häufigsten in den dunklen Monaten des Jahres wenn nicht eine Stirnlampe. Wir wollen uns heute im hochpreisigen Stirnlampensegment umsehen und haben die Möglichkeit zwei deutsche Hersteller zu vergleichen. Natürlich ist nach oben der Preis offen, aber Lampen wie Lupine Betty und Wilma, MyTinySun Pro 2800 und 3600, sowie Modelle von Scurion haben wir bewusst außen vor gelassen, genauso wie Niederpreissegmente von Aldi, als auch Lampen unter 100 € bekannter Outdoorhersteller.

Test1Mit MyTinySun und Lupine finden sich zwei Produzenten hochwertiger, jedoch mit etwas sparen auch für Geocacher bezahlbarer Lampen mit guter Ausstattung und gutem Renommee. Ausgesucht wurden die Einsteigermodelle beider Hersteller und an dieser Stelle geht der Dank an MyTinySun, welche die Lampe für den Test kostenfrei zur Verfügung stellte. Bei MyTinySun wurde uns die Head 1000 Pro geschickt und von Lupine stand die Piko X4 zum Test, wobei die X7 nur einen größeren Akku besitzt und ansonsten vom Lampenkopf gleich ist. Die Lupine Piko ist in unserem Besitz.

Beide Lampen kommen in einer entsprechenden Tasche, wobei MyTinySun einen Hartplastikkoffer ähnlich wie bei Baumarktwerkzeug nutzt und Lupine ein gefüttertes Stoffcase mit Reißverschluss.

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Die Ausstattung ist gerade bei MyTinySun üppig, denn neben dem Ladegerät finden sich mehrere O-Ringe für unterschiedliche Rohrdurchmesser zur Montage der HEAD 1000 PRO LED Leuchte,  2 Stück Wechseloptiken,  Klettband zur Montage des Akkucase,  Klettkabelbinder zur Fixierung der Leitungen/Stecker und ein  Helmhalter neben dem  Stirnbandhalter. Hervorzuheben ist auch die kabelgebundene Fernbedienung der Lampe, welche am Stirnband montiert werden kann. Sowohl bei MyTinySun als auch Lupine ist ein Verlängerungskabel mit im Set.

Test2TinySun1Hier das Lampenset von MyTinySun. Deutlich sichtbar ist der runde Lampenkopf in dem eine Cree XM-LU2-LED Platz findet. Weiterhin sichtbar sind das Ladegerät, die im Bild unbenutzte Schutzhülle des Akku für die externe Halterung und das 70 cm Verlängerungskabel für die Head 1000 Pro Lampe falls man den Akku nicht am Stirnband befestigen möchte. Die Lampe besteht aus einer LED mit 960 Lumen. Der 2,9 Ah Akku ist bereits am Stirnband fixiert, ebenso der Druckknopf der Fernbedienung mit dem die Lampe steuerbar ist.

Nicht im Bild sind die O-Ringe für die Befestigung am Lenker und Klebehalterung für die Helmbefestigung.

Die MyTinySun Lampe ist im Auslieferungszustand durch Druck auf die Fernbedienung dimmbar, es findet sich keine Dunkelphase beim Durchschalten, d.h. das Hauptlicht wird ohne Dunkelphasen sanft auf oder abgedimmt um die nächste Schaltstufe zu erreichen. Weiterhin ist im Notfall ein  SOS Blinkcode einstellbar, welcher aber nur nach Trennung der Leuchte vom Akkupack wieder deaktiviert werden kann. Die Steckverbindungen des Akkupack mit der Lampe sind sowohl bei MyTinySun als auch Lupine gleich. Bei Lupine gilt dies ebenso für die Steckverbindung zum Ladegerät, bei MyTinySun bedarf man eines Adapterkabels.

Pluspunkt von MyTinySun ist der Schalter fernab der Lampe. Erfahrungsgemäss werden die Lampen im Gebrauch doch heiß und hier erspart uns MyTinySun die Fingerberührung mit dem Lampenkopf.

Der erste Eindruck der Lampe ist somit vielversprechend. Den Outdoortest muss die Head Pro 1000 nicht scheuen, denn mit IP 67 Standard und einem Einsatzbereich bis Minus 20°C sollten keine Probleme zu erwarten sein. Zu empfehlen ist die Nachtcachetauglichkeit der Lampe jedoch mit einem zweiten Akku zu verlängern oder gleich zur 5,8 Ah Akku-Variante zu greifen. Bei voller Leistung hält der leichtgewichtige 2,9 Ah Akku  ca. 01:53 h kann jedoch durch dimmen auf  220 Lumen auf ca. 13:55 h verlängert werden. Der 5,8 Ah Akku bietet natürlich längere Laufzeiten ( 960 Lumen:  ca. 03:47 h, 220 Lumen:  ca. 27:50 h). Hier beziehen wir uns jedoch auf Herstellerangeben. Das Gewicht der Stirnlampe wurde nicht angegeben. Wir haben daher unsere Küchenwaage ausgepackt und beide Lampen mit Akku gewogen. Die MyTinySun wiegt mit Akku und Fernbedienung um 300 g, Lupine mit Akku 220 g.

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Die Ausstattung der Lupine Piko X4 ist nicht so umfangreich wie bei MyTinySun. Bei Lupine ist eine Helmbefestigung nicht im Set enthalten, kann aber als optionales Zubehör bezogen werden, ebenso wenig findet sich eine Lenkerbefestigung, welche ebenfalls zusätzlich erworben werden kann. Standardausstattung der Piko X4 ist ein Hardcase-Akku ohne LED-Anzeige. Dieser wirkt ebenso wie der für 32 Euro Aufpreis optionale Smartcore-Fast-Click-Akku hochwertiger im Vergleich zu dem mitgelieferten MyTinySun-Akku. Lupine bietet mit dem Fastclick-System die Möglichkeit die Akkus gut zu fixieren und dennoch rasch wechseln zu können, falls die Batterie zur Neige geht. Alle Fast-Click-Akkus passen in die Halterung, somit kann von 2,0 Ah, 3,3 Ah bis 6,6 Ah alles eingesetzt werden.. Zu beachten ist natürlich das höhere Gewicht des größeren Akkus. Der Hardcase-Akku ist ein Fast-Click-Akku

Im Bild rechts zu sehen ist der Smartcore-Akku mit den entsprechenden roten LED. Mit der Smartcore-Technologie  kann der aktuelle Ladestand des Lupine-Akkus in 10-%-Schritten angezeigt werden. Zusätzlich können die roten LED noch als Blinklicht oder permanentes Rücklicht genutzt werden, was für Fahrradfahrer sicherlich interessant ist.

Ab Hersteller ist die Piko dreistufig schaltbar eingestellt, es kann jedoch umprogrammiert werden auf eine zweistufige, vierstufige oder dreistufige Einstellung entweder mit SOS- oder alpiner Notlicht-Funktion. Die Gebrauchsanleitung bietet ein Kompendium wie so etwas zu programmieren ist. Hier gilt es sich einzulesen.

Der Piko Lampenkopf besteht aus zwei Cree XM-L2 LED mit insgesamt 13 Watt oder 1200 Lumen. Der Schalter ist der im Bild blaue Knopf auf der Lampenoberseite. Eine Fernbedienung gibt es nicht und die Lampe kann heiß werden. Eine Schutzschaltung ist integriert um die Elektronik zu sichern. Auch schlechtes Wetter sollte der Lampe nichts anhaben denn sie ist nach IP 68 Standard gebaut und mag Temperaturen von minus 30°C  bis plus 55°C.

Auch bei der Piko ist die Leuchtdauer begrenzt und abhängig davon welche Leuchtstufe eingesetzt wurde. Beim bei der X4 Piko mitgelieferten 3,3 Ah Akku sind nach Herstellerangaben bei 13 W / 1200 Lumen: 2 h drin, bei 4 W / 470 Lumen:  5:45 h und bei  0,4 W / 50 Lumen:  58 h. Ein Ersatzakku oder ein Akku mit höherer Kapazität sind somit zu empfehlen. Aufgrund des Gewichts des größeren Akkus würde ich sowohl bei MyTinySun als auch Lupine den Zweitakku präferieren.

Aktuell bietet Lupine die Piko in verschiedenen Farbvarianten an. Neben der Standardfarbe schwarz findet sich gegen Aufpreis von 20 Euro zyanblau und kirschrot als Farboption. Das Standardstirnband kann durch ein Heavy Duty Stirnband für 8 Euro Aufpreis ersetzt werden. Dies nutzen z.B. Orientierungsläufer. Rot- und Grünfilter sind neben einem Diffusor ebenfalls zusätzlich zu erwerben.

Zusammenfassend finden sich im Preissegment um 300 Euro sehr attraktive Lampen welche vielseitig einsetzbar sind.

MyTinySun liefert ein ausreichend gepacktes Set mit Haltern für Helm, Lenkerstange neben dem Stirnband. Der Akku ist am Stirnband mit einem Band fixiert, etwas vertrauenswürdiger erscheint mir jedoch die mitgelieferte kleine Akku-Tasche.

Pluspunkt ist die Fernbedienung der Lampe. So etwas hat Lupine für seine Piko nicht.

Die Lampe ist mit ihrer Dimmfunktion einfach bedienbar und leicht zu beherrschen. Wer liest schon Gebrauchsanleitungen? Das Ladegerät ist simpel und tut seinen Zweck. Leider muss ein extra Adapter benutzt werden um Akku und Ladegerät zu verbinden. Das ist bei Lupine einfacher.

Lupine hat sein Set nicht so reichlich gepackt. Möglicherweise liegt das daran das die Piko sowohl in der Variante Stirnbandlampe als auch Helmlampe lieferbar ist. Die Piko kann jedoch mit Zusatzausrüstung sowohl als Helmlampe, Stirnlampe als auch Lenkerlampe genutzt werden. Natürlich kostet das extra und man muss etwas werkeln. Es sind zum umstecken vom Stirnband auf den Helmhalter allerdings nur zwei Imbus-Schrauben zu lösen. Dennoch sollte man sich überlegen was man primär für eine Lampe will (Stirnband, Helm, Lenker), ansonsten kann das Geschraube schon etwas nerven.

Geocacher werden sicherlich die Stirnband Variante bevorzugen. Hervorragend ist die Fast-Click-Halterung des Akku sowohl am Stirnband, als auch am Helm. Ob man zum Geocachen einen Smartcore-Akku mit den roten LED braucht muss jeder selbst entscheiden. Vorteil ist die Anzeige des Ladezustands, aber auf die Rücklichtfunktion kann man als Cacher sicherlich verzichten. Es sei denn das FTF-Team will allen Nachfolgenden die rote Laterne zeigen!

Falls man sich die Smartcore-Option schenkt kann man bei gleicher Akkukapazität 32 € sparen. Es gibt auch Fast-Click-Akkus ohne Smartcore-Gadget.

Das Wiesel V4 Ladegerät tut seinen Zweck. Natürlich geht es bei Lupine auch teurer. Hochpreisiger ist der u.a. mit Betty vertriebene Charger One Ladegerät, welches auch im Auto an 12 V funktioniert. Neu gekauft verlangt Lupine dafür knapp 150 €. Der Wiesel V3  als weitere Alternative zum Wiesel V4 bietet verschiedene Stecker (EU, US, GB) kostet aber ebenfalls 48 €. Für Lithium Ionen Akkus hat Lupine noch den Microcharger 2,0 A für 78 € im Angebot, welcher auch an 12 V im Auto geht.

Ob nun eine Stirnlampe von MyTinySun oder Lupine den Weg unter den Weihnachtsbaum der Geocacher findet mag jeder für sich entscheiden.  Meine Erfahrung mit günstigeren Modellen brachte mich letztendlich in dieses Preissegment, da hier eine gute Qualität gebaut wird. Nicht zu unterschätzen ist auch die Produktion in Neumarkt in der Oberpfalz bei Lupine und in Grosskrotzenburg bei Aschaffenburg für MyTinySun. Mit beiden Firmen war für einen Test d.h. Lupine Piko 1 und Betty vor ein paar Jahren und aktuell bei MyTinySun schnell Kontakt hergestellt. Ähnliches ist auch bei Problemen zu erwarten. Hier sind die Wege kurz und der Qualitätsanspruch der Firmen gegeben. Beide Herstellern liefern an den bekannten Outdoorversandhandel  z.B. Globetrotter.de, aber die Lampen können auch direkt über www.mytinysun.com und www.lupine.com bestellt werden.

Ein Praxistest der MyTinySun Head 1000 Pro und der Piko X4 folgen in Kürze. Es wird ein Nachtcache besucht werden und hoffentlich können wir Bilder der Lampen im Einsatz nachliefern.

5 Antworten auf „[TEST] Stirnlampenvergleich MyTinySun Head 1000 Pro und Piko X4 / X7“

  1. Wäre schön wenn ihr einige Bilder auf einer Teststecke machen könntet dann kann man die zwei besser Vergleichen. Vielleicht auch eine der Standardlampen in diesen Test mit einbauen um den Unterschied beurteilen zu können.

    Beide reißen ein großes Loch in den Geldbeutel. Wenn man dafür mehr bekommt als bei den anderen ist das Mehrgeld gerecht fertigt.

    Sonst ein guter Bericht hat Spaß gemacht ihn zu lesen.

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