6 Thesen warum du mit deinen Taten unser Hobby Geocaching beeinflussen kannst

Wenn du im Internet verschiedene Beiträge über Geocaching verfolgst, wirst du immer wieder auf Diskussionen über Groundspeak /Geocaching.com / Reviewer stoßen.
Sei es in Foren, in sozialen Netzwerken oder auf Blogs. Der Grundtenor ist meist … die oben genannten Protagonisten sind an allem schuld.

Sicherlich könnte man mir Befangenheit vorwerfen da ich auch als Reviewer tätig bin. Trotzdem bin ich in erster Linie Geocacher, liebe unser gemeinsames Hobby und habe viel Spaß dabei. Natürlich möchte ich auch dass dies so bleibt.

Ich möchte dir hier ein paar Denkanstöße geben und bin natürlich auch auf deine Meinung gespannt, welche hoffentlich folgen wird. Schließlich ist das ganze Geschreibe welches du hier liest nur meine persönliche Einschätzung der Lage.

Aus diesem Grund möchte ich ein paar Themen beleuchten die immer wieder zur Sprache kommen.

Ich stelle jetzt gleich zu Anfang ein paar gewagte Thesen in den Raum. Diese kann ich natürlich nicht fundiert belegen. Deswegen schreibe ich auch Thesen. Diese können gerne auch von dir widerlegt werden.

  • Gefühlte 80% aller Probleme sind von uns Geocachern hausgemacht.
  • Geocaching verändert sich nicht gravierend durch Änderungen auf der Webseite Geocaching.com.
  • Nicht Geocaching.com prägt das Spiel sondern wie du und ich mit unserem Hobby umgehen.
  • Unser Verhalten ist dafür verantwortlich, ob wir an bestimmten Stellen anecken oder eben nicht.
  • Mancher Geocacher ist einfach auf einem Egotrip und diesem ist es völlig egal was er mit seinem Verhalten anrichten kann.
  • Eine geringe Anzahl an „Geocachern“ scheint unser Hobby bewusst zu boykottieren.
  • Viele Geocacher sind wohl teilweise einfach zu naiv oder leichtgläubig oder wissen es einfach nicht besser.
  • Sehr viele Neueinsteiger beschäftigen sich nicht im Vorfeld mit unserem Hobby sondern probieren es einfach mit „learning by doing“.
  • Wir sind mittlerweile einfach „Komfortcacher“ geworden.

Wenn ich  dir diese Thesen schon um die Ohren haue,  möchte ich natürlich auch erklären was ich damit überhaupt meine.

Die Hoffnung stirbt ja anscheinend zu letzt und so hoffe ich natürlich auch, dass die 80% viel zu hoch von mir angesetzt wurden. Daumen drücken ist also angesagt.

These 1 – Geocaching verändert sich nicht gravierend durch Änderungen auf der Webseite Geocaching.com

Gewagt, gewagt! Trotzdem bin ich davon überzeugt. Ich selbst habe mit den G-e-c-k-o-s 2005 zu cachen angefangen. Auch zu dieser Zeit war es schon gut möglich die nötigen Informationen zu bekommen um mit Geocaching eine Menge Spaß zu haben. Das war früher nicht anders als heute.

Das Design der Webseite war zwar anders, aber an die nötigen Beschreibungen ist man trotzdem gekommen. Geocaching spielte sich die wenigste Zeit online ab. Die eigentliche Aktion geschieht sogar heute noch draußen. Dies wird jetzt sicher den ein oder anderen verwundern. Ich hoffe mal das du eher zu der „Outdoor-Aktion Fraktion“ gehörst.

Sobald auf der Webseite von geocaching.com etwas geändert wird, dauert es normalerweise nicht lange bis einige Alarm schlagen. Man könnte echt meinen die Welt geht unter wenn ein Menü, Link oder die Farbe geändert wurde.

Plötzlich finden diese Leute sich nicht mehr zurecht. Selbst wenn eine Funktion dazukommt, hagelt es oft nur Beschwerden. Das Leben dieser Geocacher scheint völlig auf dem Kopf zu stehen. Nichts ist mehr wie es mal war.

Ich rede jetzt nicht von Guideline Änderungen. Diese werde ich noch gesondert ansprechen.

Paperless Geocaching war zu den Anfangszeiten noch kein Thema, das kam erst später. Aus diesem Grund ging man eben mit der ausgedruckten Beschreibung los. Das hatte zudem den großen Vorteil, dass man sich die Beschreibung eines Caches auf jeden Fall zu Gemüte geführt hat. Schließlich hatte man von unterwegs kaum eine Chance an noch nötige Informationen in der Cachebeschreibung zu kommen. Auch heute sollte man sich mit der Beschreibung, den Attributen und den Einstufungen etwas beschäftigen.

Das Beschäftigen mit dem Cachelisting finde ich eine wichtige Vorbereitung um einen Cache zu suchen. Ist aber natürlich für einen Cacheprofi völlig uncool und nur Zeitverschwendung.

Oft denkt sich aber ein Owner was dabei wenn er Infos ins Listing schreibt, bestimmte Attribute setzt und den Cache eine bestimmte T und D-Wertung gibt. All dies können wichtige Infos sein, die oftmals Probleme verhindern.

Einige Beispiele:

  • Zeiten in denen der Cache nicht gesucht werden sollte
  • Infos, welche Actionen dort nicht nötig sind (z.B. klettern, öffnen der Dose, betreten von Firmen- oder Privatgelände, keine Steine aus der Mauer entfernen, etc.
  • Besondere Hilfsmittel nötig

Solche obengenannten Beispiele können sogar bei einem Tradi wichtig sein. Deswegen hier mein Aufruf. Bitte nehme dir die Zeit und lese die Cachebeschreibung durch. Wissen schadet nicht, nichts zu wissen schon und dann schadest du manchmal sogar unserem gemeinsamen Hobby.

Mittlerweile wird die Suche mit ihren Filterfunktionen auf der Webseite immer wichtiger. Dies ist natürlich verständlich. Aber warum ist dies eigentlich so?

Die Suche auf der Webseite war damals noch nicht so ausgeklügelt, aber trotzdem war es kein großes Problem sich Caches nach seinen Vorlieben auszusuchen.

Eigentlich ist es in meinen Augen logisch. Für mich ist hier eher die Masse „schuld“ und leider nicht die Klasse. Mittlerweile wird von uns Geocachern nun mal sehr viel „Schrott“ versteckt und somit ist es natürlich wichtig die Spreu vom Weizen zu trennen.

Jetzt stellen sich aber für mich wieder folgende Fragen. Wer versteckt eigentlich diesen Schrott? Wir Geocacher oder Groundspeak? Haben wir es somit in der Hand oder nicht wie die Qualität der Geocaches ist?

Damals war es anscheinend auch noch nicht nötig 10000 Caches mit Beschreibung immer dabei zu haben. Es war nicht nötig, online vor Ort zu loggen, sondern man nahm sich für ein Log sogar noch richtig Zeit. Es machte mir als Owner oft richtig Spaß die Logs zu lesen. Von ein paar älteren Caches der G-e-c-k-o-s habe ich noch immer die Logbücher, dessen Einträge nicht nur aus TFTC, dem Cachernamen oder einen Stempel bestanden.

Heute gilt scheinbar für viele Geocacher das Motto Masse statt Klasse. Deswegen wird das GPS auch vollgeschaufelt.

Oft sind dann viele Cachelistings nicht auf dem aktuellen Stand und man bekommt dann natürlich nicht mit wenn dort gerade was nicht passt. Auch dies könnte zu Problemen führen.

Bei den Logs ist mittlerweile das oben genannte Motto mehr als präsent. Schliesslich kostet sowas ja auch nur Zeit.

Auch hier ist aber nicht Groundspeak schuld, sondern wieder wir Cacher selber. Meist findet man nur noch Logstreifen vor, echte Logbücher sind rahr geworden. Somit kann man oft gar keine längeren Log mehr verfassen. Aber auch wenn größere Logbücher da sind, findet man außer Stempel, Aufklebern und Cächernamen kaum noch ausführliche Logs. Dies ist mittlerweile die Normalität. Online Logs sehen meist nicht besser aus. Einheits- und Kurzlogs sind der Stand der Dinge.

Wenn du dies also ändern willst musst du als Owner entsprechende Logbücher bereitstellen oder als Geocacher eben selbst ausführliche Logs verfassen.

Kleiner Tipp:

Vielleicht willst auch du etwas von der Masse herausstechen. Mittlerweile schafft man das schon, wenn man ausführlichere Logs schreibt. Toll, oder?

Im Laufe der Zeit gab es immer mehr Richtlinien bei Groundspeak und auch verschiedene Verordnungen in der ganz normalen realen Welt. Diese wurden und mussten hinzugefügt oder angepasst werden, weil mancher Geocacher wohl glaubt er stehe über all den Dingen.

Schon wieder eine haarsträubende Behauptung von mir. Kaum eine Richtlinie wurde von GS ins Leben gerufen bei der nicht zuvor irgendetwas vorgefallen ist auf das reagiert wurde. Dies passiert vor allem oft auf der regionalen Bundeslandebene bei uns in Deutschland. Aus diesem Grunde gibt es eben auch regionale Unterschiede wie Reviewer auf bestimmte Gegebenheiten reagieren müssen.

Ein Beispiel:

Immer wieder kommt es vor, dass Gebiete nur noch mit vorheriger Absprache für Caches freigegeben werden, oder gar nicht mehr erlaubt sind. Warum ist das so?

Leider ist ein häufiger Grund, dass Geocacher einfach übertrieben haben. Normales Cachen reicht nicht mehr aus, es muss extremer sein. Hunderte Dosen auf kleinsten Raum ohne vorherige Absprachen. Danach wird sich gewundert, dass sich Außenstehende oder sogar der schnöde Besitzer beschweren. Unglaublich, oder? Hier würde ich klar dem Owner den schwarzen Peter in die Hand drücken.

Umgekehrt können sich auch die suchenden Geocacher nicht an die simpelsten Regeln halten.

Wegegebot in Naturschutzgebieten? Sobald eine Dose dort liegt, darf man auch suchen. Da die Koordinaten ja oft nicht sonderlich genau sind, geht man natürlich auch mal abseits der Wege zu Werke. Wenn dann noch der Owner sich nicht an das Wegegebot hält, dann muss du es als Suchender ja schon mal gar nicht. Natürlich verschweigt man das auch in den Logs. NM oder NA kommt gar nicht in Frage. Sowas ist ja Ehrensache. Das das Ganze über kurz oder lang, oft nach hinten los geht wird eider nicht gesehen.

Manchmal haben solche Aktionen schon zu völliger Entfernung aller Dosen aus bestimmten Gebieten geführt, weil Geocacher sich nicht an Absprachen und Regeln mit den Besitzern gehalten haben.

Viele neue Richtlinien sind leider entstanden, weil gehandelt werden musste. Bedenkt bitte, dass manche Richtlinien eine völlige Sperrung von Geocaches gerade nochmal verhindert haben.

Mein Fazit zu diesem Punkt:

Manch eine Regelung hätte es wohl nicht gegeben, wenn so mancher Geocacher einfach mal sein Hirn eingeschaltet hätte.

Da aber unbedachtes oder gar  mutwilliges falsches Handeln oft von der Außenwelt wahrgenommen wird, hat dies  oft negative Folgen für unser Hobby.

Auch du kannst mit deinen Aktionen beim Geocachen den Ruf unseres Hobbys negativ, aber auch positiv beeinflussen. Wenn dir also unser gemeinsames Hobby am Herzen liegt, gehe auch hier mit guten Beispiel voran.

Powertrails

Powertrails werden gehasst, ABER auch geliebt. Diskussionen über das für und wider gibt es sehr oft und meist kommt es dann zu einer klassischen schwarz und weiß Aufteilung.

Beleuchten wir doch mal das Phänomen Powertrail

Immer wieder wird ja behauptet, dass Gecaching.com diese Cachevariante fördern würde. Hier mal meine Gedanken dazu.
Powertrails entstehen nicht, weil Geocaching.com kreative Ideen im Keim ersticken will, sondern weil scheinbar ein großer Bedarf nach diesen Dosen gegeben ist. Anders kann ich mir die immens hohen Fundzahlen dieser Runden nicht erklären. Wer legt diese Dosen, Geocacher oder GS? Wer sucht diese Dosen? Doch nicht etwa wir Geocacher?

Warum werden diese Dosen gesucht? Hier habe ich folgende Vermutungen.

Viele Geocacher haben anders als vermutet Spaß an der Suche nach diesen Dosen.
Statistik ist scheinbar doch wichtiger als die meisten zugegeben.
Einfache Bequemlichkeit, wenig Aufwand für schnellen „Erfolg“.
Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit. Schnell versteckt und schnell gefunden. Dadurch steigt natürlich wieder ohne großen Aufwand die Fundzahl.

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