Geocaching – Materialschlacht, oder wie viel Aufwand ist vertretbar?

Als Neucacher geht man dieses Hobby eher unbedarft an. Man hat da mal gehört, oder wurde von einem „Profi“ auf „Tour“ mitgenommen. Jetzt schaut man selbst in einer Datenbank nach, welche einfachen Caches in der nächsten Umgebung liegen. Je nachdem, ob man schon ein GPS besitzt, gibt man diese Koordinaten ein, oder nutzt Onlinetools wie Google Earth um nachzusehen, wo die Dose versteckt sein muss. In Verbindung mit dem Hint ist es dann selbst für Neulinge einfach, die ersten Caches zu heben.

Mit der Zeit kommen dann immer mehr nützliche Ausrüstungsgegenstände hinzu. Hier dürften wohl nach dem ersten oder zweiten Tradi in einem Baumstumpf Handschuhe gehören. Später kommen noch Taschenlampe und wohl Spiegel oder Fotoapparat hinzu. Die Quintessenz ist auf jeden Fall – die Ausrüstung wächst mit der Anzahl der gemachten Caches. (Siehe auch Bilderthread: Cacheausrüstungen – Geoclub)

Wer erst einmal infiziert ist mit dem Cachingfieber, wagt sich an schwierigere Caches bei denen teilweise schon im Listing steht, welche Spezialausrüstung benötigt wird. Das können Gummistiefel, Haken, Kletterseile oder sogar Nachtsichtgerät und Laserpointer/UV-Lampen sein. Wer anfangs nur ein einfaches GPS-Gerät hatte, wird oft ein zweites Mal kaufen, da er/sie dann doch merkt, dass Kartenmaterial doch einige Vorteile bringt.

Mancher „Proficacher“ rüstet sogar sein Auto um, um Notebook und Ausrüstung immer einsatzbereit zu haben. Einige loggen sogar mobil auf dem Weg vom Final eines Caches zur Startkoordinate des nächsten Caches um keine Zeit zu verlieren – Handynetzen sei Dank.

Aber wie viel Ausrüstung braucht der Cacher wirklich? Klar ist es witzig, Neucacher zu schocken, indem man den Kofferraum mit den Worten aufmacht „Hier – mit der Zeit brauchst Du all diese Sachen“ , und dort mehrere Schachteln mit Geocaching-Zubehör stehen. Die entsetzten Augen des Neucachers mit 20 Funden sagen einem „So habe ich mir das nicht vorgestellt“. Ja – das sagt sicher jeder, der Anfang da stand und dachte: Geocaching ist Bewegung in der Natur, schöne Wanderwege durch Wald und Flur. Einfach entspannen und etwas für die Gesundheit tun. Dies wird einem leider auch wieder bewusst, wenn man den Kofferraum schließt.

Aber viele Verfallen dann dem Ehrgeiz, alles an Caches anzugehen, was möglich ist – dann ist es schon zu spät. Die Ausrüstung wird angepasst.
„Man muss ja vorbereitet sein“. Und im „Cachemobil“ ist ja auch genug Platz.

Es ist sicher mal eine Studie oder Diplomarbeit wert, zu ermitteln, in wie weit das Geocaching mittlerweile ein eigener Wirtschaftszweig geworden ist. Unabhängig von den Geräten und Kartenmaterial kauft der gemeine Geocacher öfter Ausrüstung bei Baumärkten, Outdoorläden, Lebensmittelketten, oder sonstigen Kaufhäusern, um die Kleidung, Ausrüstung, Tauschgegenstände, usw. zu erweitern.

Geocaching scheint kein billiges Hobby zu sein – dabei haben wir uns noch nicht einmal Gedanken über die „Reisekosten“ gemacht, um die „speziellen Highlight-Caches“ in anderen Regionen Deutschlands und der Welt zu erreichen – hier sei nur der Ort Beelitz erwähnt, und jeder der dort war wird sagen: egal, dieser Lostplace war es wert.

Nochmal – wie viel Ausrüstung braucht der Cacher wirklich? Passende Kleidung und Schuhwerk, GPS, vielleicht noch ein Stift. Eigentlich nicht viel, oder?

Liebe Neucacher, die Ihr das gelesen habt. Keine Angst- nicht jeder wird in diesen Strudel der Ausrüstungsfrage gezogen – ich denke, vielleicht nur 80-90% 😉
Und Ihr Proficacher – seid ehrlich.. wer hat sich hierin erkannt? Wenigstens gibt es für uns innerhalb Deutschlands einige Selbsthilfecachergruppen und –caches 😀

Eine Antwort auf „Geocaching – Materialschlacht, oder wie viel Aufwand ist vertretbar?“

  1. Erwischt: Als mich das Geocachingfieber infiziert hat, habe ich auch einiges in Ausrüstung investiert, Magnetstock, Teleskopspiegel, Pinzettensatz, Bandschlingen usw. usf. Irgendwann fand ich dann heraus, dass man für die überwiegende Mehrheit der Caches diesen ganzen – pardon – Firlefanz nicht braucht.
    Jedenfalls werde ich mir jetzt keine Stipprute zulegen, nur weil gerade B*ltemacaches en vogue sind.
    Da stecke ich das Geld lieber in Zubehör für einen Multi.

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