Planierraupen-Modus off please

Diesen Artikel schreibe ich jetzt mal aus einem inneren Bedürfnis heraus. Bei meiner letzten Cachewartung habe ich leider kein schönes Bild vor mir gehabt. Hier waren deutliche Zeichen der Zerstörung zu sehen. Ob dies nun Geocacher oder Muggels waren, sei dahin gestellt. Ich tippe eher auf Muggels, da die Stage weg war. Trotzdem hat es der Natur geschadet und dem Geocache leider auch.

Geocaching ist meist ein Hobby welches in der Natur statt findet. Das ist wohl eigentlich einer der Grundgedanken die dahinter stecken. Die Natur ist also sozusagen unsere große Spielwiese oder unser großes -zimmer. Klar räumt man nicht nach jedem Spiel dieses auch gleich wieder auf, aber mit der Zeit kommt man da einfach nicht drum herum, wenn man dort noch gerne hin will.

Nach uns die Sintflut

Leider muss man immer wieder sehen, wie unachtsam und rücksichtslos mit der Natur oftmals umgegangen wird. Da werden Hänge großflächig entgrast da man ja nicht einfach auf einem schmalen Weg bleiben kann, sondern gemeinschaftlich Hand in Hand schön nebeneinander runter trampeln muss. Baumstümpfe werden in alle Einzelteile zerlegt, da man die Dose nicht findet. Natürlich ist es völlig egal, ob dort dann Ameisenkolonien hausen oder nicht. Außerdem wozu da Hirn einschalten, lieber bricht man die Rinde weg, schließlich könnte der Owner ja durch Zauberkraft doch dahinter was versteckt haben.  Wege, was sind Wege? Viel cooler ist doch die Offroad-Variante durch Schonungen. Es geht sogar noch weiter. Nistkästen werden geöffnet oder Bäume und Felsen hochgeklettert ohne auf Nester zu achten und auch sonst wird auf Tiere kaum Rücksicht genommen. Schließlich stehen wir ja über all diesen minderwertigen Kreaturen.

Ich spreche bei diesen Beispielen nicht von den typischen „Cacherautobahnen“. Die gibt es natürlich, da man einfach durchs Laufen dort Spuren hinterlässt. Hier erholt sich die Natur aber meist recht schnell wieder. Es geht um das Suchen ohne Rücksicht auf Verluste. Erstens wird hier die Natur maßgeblich in Mitleidenschaft gezogen und Zweitens der Geocache meist massiv geschädigt. Solche Spuren bleiben nämlich meist nicht unbeobachtet und ziehen Blicke auf sich. Dadurch verschwinden dann immer wieder Stages oder der Final. Aber wie gesagt, Hauptsache man hat selbst den Cache gefunden und seinen Punkt ergattert. Wieviel Arbeit oft in so einem Geocache steckt ist völlig egal. Ob dann Owner oftmals noch Lust haben viel Zeit für Wartung zu investieren? Denkt mal auch darüber nach, falls der Naturschutzgedanke bei euch nicht zieht.

Wer sich in der Natur bewegt, der sollte sich auch etwas damit befassen. Natürlich geht es hier nicht nur um Geocacher. Wanderer, Biker, etc. alle sollten da Rücksicht walten lassen. Trotzdem muss man bei sich selber anfangen und nicht nach dem Motto „Die machen das doch auch“ vorgehen.

Naturrowdies haben nun mal einen schlechten Ruf und der färbt sich auf die gesamte Gemeinschaft ab. Ich denke irgendwann wird es immer schwieriger werden unser Hobby stressfrei durchzuführen, wenn gerade wegen solcher hirnloser Aktionen fast schon ein „Feindbild“ gegen uns aufgebaut wird. Leider machen Förster, Jäger und Naturschützer schon teilweise gegen uns mobil. Der Grund ist eben das rücksichtslose Verhalten einiger weniger „Geocacher“.

Was also tun?

  • Hirn einschalten – Wo kann z.B. wirklich was versteckt sein
  • Wenn möglich Wege benutzen
  • Vorsichtig suchen – Gewalt muss man bei der Suche wohl nie einsetzen
  • Müll wieder mitnehmen
  • Hintereinander laufen – so werden die Schäden minimiert
  • Suche auch mal abbrechen
  • Schreit nicht so herum
  • Auf Schilder achten und Regeln einhalten
  • Auto auch mal stehen lassen
  • Unauffällig bleiben
  • Auch Kinder sollten keinen Freischein haben – Vorbildfunktion
  • Owner sollten das Versteck mit Bedacht wählen
  • Auf Brandgefahr achten

Es ist immer wieder schade das einige „Geocacher“ die Verantwortung auf andere abwälzen. Da versteckt der Owner etwas an einer ungünstigen Stelle und denkt sich die Suchenden werden schon aufpassen. Diese denken wiederum sie hätten durch dieses Versteck einen Freischein, schließlich war der Owner ja so dumm diese Stelle auszuwählen und so nimmt dann alles seinen Lauf.

3 Antworten auf „Planierraupen-Modus off please“

  1. Nanos im Wald, fehlende oder schlechte Hints und ungeeignete Plätze tragen auch zu sowas bei. Auch als Owner muss man mit der Dummheit der Suchenden rechnen. Wenn mir die schöne Blumenwiese so wichtig ist, ich schon weiß, dass dort Nistkästen oder Kirrungen sind, dann lege ich den Cache einfach weit genug weg und gebe aussagekräftige Hints.

  2. „Es ist immer wieder schade das einige „Geocacher“ die Verantwortung auf andere abwälzen. Da versteckt der Owner etwas an einer ungünstigen Stelle und denkt sich die Suchenden werden schon aufpassen. Diese denken wiederum sie hätten durch dieses Versteck einen Freischein, schließlich war der Owner ja so dumm diese Stelle auszuwählen und so nimmt dann alles seinen Lauf.“

    Ich finde dieser Absatz zeigt etwas auf, was im ganzen restlichen Artikel irgendwie nicht auftritt. Nicht nur die Suchenden sollten aufpassen und nachdenken, denn ja, natürlich sind sie es, die letztendlich die Natur zerstören. ABER auch der Owner sollte vielleicht mehr darüber nachdenken, ob ein Versteck jetzt wirklich geeignet ist. Ja, manchmal ist der Owner wirklich „so dumm“ und versteckt an einer Stelle oder auf eine Art und Weise, an der er gut wissen müsste, dass auch bedachtes Suchen schnell zu Problemen führt.

    Wir hatten gerade einen typschen Grenzpunktcache…also Petling in die Erde gesteckt und auf dem Deckel so ein weißer Kreis mit „Vermessungspunkt“. Auf ihn drauf wurde Erde platziert, sodass er nicht mehr sichtbar war. Rundherum war etwas höheres Gras. Der Cache war zwar am Rand davon, aber halt nicht sichtbar. Es gab keinen Hint oder irgend eine Andeutung, um was es sich handelt. Dazu war in der Nähe ein Weidezaun, der sehr gut geeignet für Caches wirkte. Wir kamen als zweite an den Ort (wir wir aus dem Logbucheinträgen erkannten) und es sah aus, als wenn eine Wildschweinhorde da war. Klar sind die Erstsuchen generell Schuld an der Naturvernichtung. Aber doch stellt sich die Frage, ob hier überhaupt ein Cache auf die Art hätte versteckt sein müssen…ohne Hint mit zig Versteckmöglichkeiten (immerhin nicht Naturschutzgebiet).
    Der Cache war grundsätzlich NICHT auffindbar, ohne die Natur zumindest ein wenig durchwühlen zu müssen..wenn man denn gewusst hätte, was man sucht.
    Ein bewusster Cacher müsste natürlich die Suche abbrechen und DNF oder NM loggen. Aber wann würde man das entscheiden und wie lange hat man dann schon die vielen Verstecke abgesucht.
    Ich finde, man macht es sich zu einfach, wenn man pauschal den Suchenden (oder Muggeln) alle Schuld zuweist. Die von dir erwähnte „ungünstige Stelle“, an der etwas versteckt wird, spielt da zu einem Großteil mit rein und auch als Owner sollte man sich der Verantwortung viel mehr bewusst sein. Man sollte nicht nur denken „die Suchenden werden schon aufpassen“, sondern sich eher überlegen, ob dieser Gedanke nicht schon ein Hinweis darauf ist, dass man das Versteck nicht lieber aufgeben sollte.

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